Nachlese zum 1. Figurentheaterfestival

Figurentheater-Festival ein Riesenerfolg

Am Wochenende ging das erste Figurentheater-Festival Lübecks zu Ende – mit einer beeindruckenden Bilanz.Im Schnitt waren die Vorstellungen im Figurentheater im Kolk zu 89 Prozent ausgelastet. Viele der 16 Vorstellungen, insbesondere am Abend, waren überbucht. „Die Leute haben uns die Bude eingerannt", schwärmt Stephan Schlafke,
künstlerischer Leiter des Figurentheaters. „Manche Vorstellungen hätten wir problemlos zweimal zeigen können." Zum Beispiel „Der kleine König" vom Bremer Theatrium. Auch „Der Mond" vom Theater der Nacht aus Niedersachsen, „Die furchtlosen Vampirkiller" vom hessischen Theater Con Cuore sowie die Kabarettnacht waren heiß begehrte Vorstellungen. 115 Zuschauer sahen sich teilweise die Stücke an, so Schlafke – in einem Theatersaal, der eigentlich nur 100 Plätze hat.
Dabei hatten die Puppenspieler der Kabarettnacht mit Sturmtief „Daisy" zu kämpfen: Der Lkw mit dem Equipment des Meininger Theaters aus Thüringen – eine von drei Bühnen des Abends – war im Schnee stecken geblieben. Ohne Puppen konnten sie nicht auftreten, auch ihre Aufführung „Papagenos Zauberflöte" am Sonntag musste abgesagt werden. Kurzerhand sprang Jens Heidtmann vom Figurentheaterkabarett ein. Er fuhr spontan zurück nach Winsen in Niedersachsen, um seine restlichen Puppen abzuholen, erweiterte sein Abendprogramm und führte am Sonntag sein Kinderprogramm „Ein Igel lernt fliegen" auf. „Unter Puppenspielern lässt man sich nicht im Stich", lobt Schlafke.
Das Festival bot dem Nachwuchs eine Bühne. Die beiden Schauspielstudentinnen Lisa Remmert (Stuttgart) und Astrid Kjaer Jensen (Berlin) zeigten experimentelles Theater. „Das waren Themen und Titel, die ziehen bei der Masse nicht", so Schlafke, und trotzdem spielten sie vor über 60 Menschen. „Nicht nur Kollegen", betont Schlafke – gut 40 Puppenspieler aus ganz Deutschland waren zum parallelen Bundeskongress der Puppenspieler nach Lübeck gereist.
„Das Festival war eine Superveranstaltung für Lübeck", zieht Renate Menken, Vorsitzende der Lübecker Possehl-Stiftung, Bilanz. Hand- und Fingerpuppen, Marionetten, Schauspiel mit Masken: „Es hat die gesamte Vielfalt der Arbeit der Puppenspieler gezeigt. Normalerweise wird Puppentheater in Lübeck mit Marionetten-Theater verbunden." Auch Kultursenatorin Annette Borns zeigte sich begeistert vom Festival: „Gerade was den künstlerischen Aspekt von Figurentheater angeht, hat Lübeck etwas zu bieten." Die Veranstaltung sei ausbaufähig.
Die Organisatoren würden das Festival gern wiederholen. Im Zwei-Jahres-Rhythmus, alternierend mit dem Kinderfigurentheater-Festival des Lübecker Theaters „tribüHne", schlägt Schlafke vor. „Schön wäre ein thematisches Festival mit Musik. Die wird in dieser Stadt groß geschrieben. Darauf hätte ich Lust." Dafür bräuchte er jedoch Fördergelder für Gagen, Anreise und Unterkünfte der Künstler. Mit dem erfolgreich beendeten Festival jedenfalls hat er im Werben um Gelder einen guten Trumpf in der Hand: „Wir haben gezeigt, dass es funktionieren kann."
Von Nadine Materne
ln-online/lokales vom 13.01.2010

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