1933 – 1945 Propaganda / Überleben / Widerstand

Figurentheater und NS-Zeit / Herrmann geht nach Engelland

propaganda-überleben-widerstandRückblick auf die Veranstaltung von 2015 auf  lübecker-wochenschau

FR - 18.03.2016 - 19:30 UhrFTiNS-Zeit

Teil 1: Szenen, Fotos, Projektionen und historische Texte begleiten unseren Vortrag über die Gleichschaltung des Puppenspiels und seine Instrumentalisierung als NS-Propagandamittel.
Die sich in den 20er-Jahren entwickelnde Vielfalt, gerade begonnene künstlerische Experimente mit Traditionen und neuen Formen, findet in den 30er-Jahren in Deutschland ein jähes Ende: Entartet! Der Kasper wird als urdeutsch eingemeindet ... Gleichschaltung, Marsch! – Bis zur Front! Bis zum Untergang! Die Szene erstarrt.
Spiel und Konzeption: Silke Technau und Stephan Schlafke (Kobalt Figurentheater Lübeck), Christiane Klatt (puppen.etc)


Teil 2: HERRMANN GEHT NACH ENGELLANDherrmann1

Hartmut Liebsch
Herrmann geht nach Engelland
Spiel & Austattung: Hartmut Liebsch
Stückentwicklung: Gyula Molnar & Hartmut Liebsch
Puppenspielcoaching: Tristan Vogt 
Regie: Gyula Molnar
Mai 1941. Der deutsche Alleinunterhalter, Bauchredner und Puppenspieler Herrmann ist, wie üblich in den großen Kriegen, zur Truppenbetreuung ins besetzte Frankreich beordert worden - im Gepäck ein buntes Unterhaltungsprogramm zur Steigerung der Kampfmoral der deutschen Soldaten.

Herrmann kommt von der Ostfront, sein Erfolgsstück, den "Juden im Dorn" kann er nicht mehr zeigen, der Hauptdarsteller Levi Blauspan ist spurlos verschwunden.
Jetzt also Westfront, neues Spiel neues Glück.
Heute hat das vom "Reichsinstitut für Puppenspiel"  herausgegebene Theaterstück "Kasper fährt nach Engelland" Premiere.

Sie, verehrtes Publikum, dürfen bei der Probe zuschauen, dann sollten Sie aber gehen,
wir erwarten zur Vorstellung 2200 Matrosen, es wird ziemlich eng werden.

PRESSESTIMMEN
 "Kasper fliegt auf dem deutschen Qualitätsbesen
. Mit welch galliger Komik Stück und Darsteller die Perfidie des Naziregimes aufs Korn nehmen, das lohnt sich anzuschauen." 
Stuttgarter Nachrichten, 15.02.2013

Dauer: 120 Min. inkl. Pause
Eintritt: 12,-/10,- €
Anschließend bieten wir die Möglichkeit der Diskussion mit den Beteiligten.

 klopfklopfweitere Veranstaltungen  unter klopfklopf hier der link:

http://www.klopfklopf.net/index.php?index

 

 

 

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»Als 1945 die Hitlerei zu Ende war, hatten sich die bewusst
Überlebenden vorgenommen, alles einzusetzen, damit sich die
Schrecken der vergangenen Zeiten nie mehr wiederholen. Es
gibt Entwicklungen um uns herum, die es geboten erscheinen
lassen, hieran zu erinnern.«

Willy Brandt – Rede am 15. Juni 1979 *


1933 – 1945 Propaganda / Überleben / Widerstand
Figurentheater und NS-Zeit – NS-Zeit im Figurentheater
1938: Gründung des Reichsinstituts für Puppenspiel.
Ziel: die zentrale Steuerung und propagandistische Instrumentalisierung des Puppenspiels. Nicht-konforme Spieler werden mit Berufsverbot belegt, ins Exil getrieben oder verhaftet. Andere Spieler profitieren von der Gleichschaltung und der Förderung des »nationalen Puppenspiels«.
Nie wieder!
Deshalb führt das Figurentheater in Zusammenarbeit mit dem TheaterFigurenMuseum diese jährlich zu Palmarum (Bombardierung Lübecks 1942) wiederkehrende Veranstaltungsreihe ein.
Am ersten Abend greifen wir Aspekte zur Entwicklung des Figurentheaters aus den 20er Jahren bis 1945 auf. Für den zweiten Abend laden wir eine heutige herausragende Figurentheaterinszenierung ein, die sich mit dem Leben in der NS-Zeit beschäftigt.
Theaterpädagogisches Angebot
Diese Veranstaltungsreihe wird theaterpädagogisch begleitet.
Die künstlerische Sichtweise einer Figurentheaterinszenierung ermöglicht ein differenziertes, sensibles Einlassen und erleichtert damit eine spätere Diskussion. Wir laden deshalb ausdrücklich gerade Schüler und Lehrkräfte zu beiden Abenden herzlich ein.

 

 

Änderungen am Spielplan